Spielbericht Match Lehu Senioren vs Informatik Swisscom

Gemässigt euphorisch trafen sich heute 12 Spieler im Wyler, um das Spiel gegen Informatik Swisscom in Angriff zu nehmen. Gemässigt euphorisch nicht weil Fussball angesagt war, nein weil es auch heute  die grösste Herausforderung war, elf Willige zur selben Zeit am selben Ort zu vereinigen. An diesem Seniorenspiel nahmen nominell gerade einmal drei Senioren teil. Der Rest konnte aus dem Veteranenlager ergänzt werden. Hier ein Danke an alle, die sich teils auch sehr spontan noch gemeldet haben um zu spielen.  Übers Ganze betrachtet und ohne einzelne Abwesenheiten zu berücksichtigen, finde ich dies gegenüber Coach und Kollegen eine Frechheit, aber gehen wir zu Spiel.

Die Ausgangslage war eigentlich klar. Swisscom als Zweiter hinter Deisswil der klare Favorit. Um ganz ehrlich zu sein ging es hier in erster Linie um Schadensbegrenzung.  Das Spiel begann etwas hektisch seitens Swisscom, was uns erlaubte schnell und recht ordentlich mitzuhalten. Nach anfänglichen Zuteilungsschwierigkeiten kamen wir besser und besser ins Spiel. Swisscom hatte die besseren Chancen und hätte nach 15 Minuten nicht unverdient 2:0 führen können. Tinu – ich nenne ihn das Wiesel – hielt uns mit mehreren guten Paraden und einem Bigsafe in Minute 20 weiter im Spiel. Genau, das Wiesel hat sich als Torwart zur Verfügung gestellt und liess unsere beiden Torwarte in keinster Weise vermissen. Mit dem Wissen einen starken Goalie im Rücken zu haben, spielten wir nun etwas mutiger nach vorne, was auch für uns in guten aber leider nicht verwerteten Chancen endete.

In Minute 29 erhielten wir einen Freistoss gegen uns aus ca. 27 Meter. Ihre Nummer 10 haut auf das Leder ( oder wars ein Plastikball?) und versenkt die Kugel im linken oberen Eck. Ein Strich von einem Geschoss. Wow sogar von unserer Seite. Tinu das Wiesel war zwar noch mit der Hand dran, konnte aber nicht genug ablenken um schlimmeres zu verhindern.  1:0 die Karten waren neu gemischt.

Swisscom drückte nun intensiv auf den zweiten Treffer jedoch bis anhin erfolglos. Ich möchte hier nicht von einer Abwehrschlacht sprechen, ich formuliere es so, wir kontrollierten das Spiel aus der Defensive….

Nach 40 Minuten war Schluss mit Umgang Eins und angesichts der Spielanteile ging die 1:0 Führung der Gastgeber sicher in Ordnung.

Umgang Zwei begann wie der erste endete. Swisscom drückte und wir verteidigten den Gegner mürbe. In der 52. Minute bekamen wir einen Freistoss zugesprochen welcher von Role ausgeführt werden sollte. Nun, der Sinn eines per Freistoss getretenen Balls könnte so formuliert werden: der getretene Ball hat das Ziel die Grundlinie innerhalb der Torumrandung zu überqueren.  Role, in Person und als Sportler selber ein alter Fuchs erinnerte sich an irgend eine ähnliche  Theorie und liess das Rund bei Ballabgabe sanft über seinen mit Büroscotch zusammen gehaltenen Schuh gleiten. Dieser fand den Weg um, über, oder unter der Mauer durch setzte 2 Meter vor erwähnter Grundlinie nochmals auf und liess die  Fussballwelt ob eines genialen Freistoss-Treffers  erstarren. Die Welt war geschockt, 12 Lehuaner euphorisiert.

Der Druck auf uns wurde nun noch einmal erhöht. Während sich der gegnerische Torwart schon mal die Fingernägel für den folgenden Ausgang feilte war in unserer Platzhälfte Schwerarbeit angesagt. Nach einem katastrophalen Fehlentscheid in dem ein 5 Meter Abseits nicht geahndet wurde, war es also erneut die Nummer zehn die alleine und ohne eigene Einwirkung auf Tinu das Wiesel rannte. 26 Lehu Hände inkl. Coach  wild rumfuchtelnd in Vorahnung  des verlorenen Punktes,   gepaart mit 13 mäuligem verbalen Prügel gegen den Schiri mit rufen wie „dä steit!“  „ Offsaide!“ „Pfiff mau“ oder ähnliches rundeten diese Szene ab. Da war sie also, die Situation Eins gegen Eins. Tinu das Wiesel gegen Nummer 10 den Topskorer.  Mann gegen Mann, David gegen Goliath der Bulldozer gegen das Wiesel.  Role mit 10 Meter Rückstand immer noch am wettern am fluchen am „heilande“. Das Wiesel merkt von all dem nichts. Es hat andere Probleme. Wie ein Panzer nähert sich der Bulldozer unserem Tor, unaufhaltsam und zielstrebig, schaut was das Wiesel macht. Wartet mit dem Schuss, läuft weiter Richtung Siegtor und somit dem Dreier. Wofür entscheidet sich das Wiesel? Geht es links oder rechts runter spekuliert es aufs kürzere oder längere Eck was macht der Bulldozer? Er rennt weiter und weiter und wartet auf irgendeine Reaktion und– übrigens, Role flucht immer noch– und so kommt was kommen muss, Tinu das Wiesel bleibt einfach stehen der Bulldozer irritiert von diesem störrischen Nichtstun und verrennt sich sucht den Abschluss viel zu spät und schiesst schlussendlich unserem Torwart an die Beine– Eckball! Role immer noch in Rage, immer noch nicht beruhigt und noch immer voller klangvoller Worte Richtung Schiri, willig, jedem potenziellen Zuhörer auf und neben dem Platz seine  „ich bin nicht einverstanden mit dieser Entscheidung“ Haltung  mitzuteilen  sucht schlussendlich beim Wiesel die Bestätigung seiner Worte und seiner Haltung. Tinu mit seiner tiefen, ruhigen Stimme besinnt Role mit den Worten „Role i hane gha“ zur Beruhigung. Dessen Gesichtsausdruck wechselt von Rot auf Grün  somit konnte weitergespielt werden. Weiter kontrollierten wir das Spiel aus der Defensive und liessen den Gegner an  dessen Unvermögen an unserem Goalie an unserer Torumrandung und nicht zuletzt an einer grandiosen Mannschaftsleistung  verzweifeln. Nach 82 Minuten war Schluss, Spielstand 1:1, dort 12 frustrierte Gesichter hier 12 lachende Gesichter. Das Bier schmeckt nach so einem Spiel halt immer noch am besten!!

 

Cello